Außerschulische Lernorte

Ausflüge und Fahrten an sogenannte außerschulische Lernorte stellen immer eine großartige Ergänzung zum Schulalltag dar.


Projektkurs Geschichte auf Studienfahrt in Warschau


Erinnerungskultur im europäischen Dialog

Bereits zum zweiten Mal führte der Projektkurs Geschichte „Deutsche und polnische Erinnerungskultur im Vergleich“ der Joseph-Beuys-Gesamtschule eine Studienfahrt nach Warschau durch. Vom 14. bis 19. Juni 2026 reisten 26 Schülerinnen und Schüler der Q1 gemeinsam mit der Bahn in die polnische Hauptstadt. Die von Rafael Leissa und Charlotte Albrecht geleitete Studienfahrt verband historisches Lernen mit interkulturellen Begegnungen und bot den Jugendlichen die Möglichkeit, Geschichte an authentischen Orten zu erleben.

 

Im Mittelpunkt des Projektkurses standen die jüdische Geschichte in Polen sowie ausgewählte Aspekte der deutsch-polnischen Beziehungen. Ziel der Studienfahrt war es, unterschiedliche Erinnerungskulturen kennenzulernen, historische Entwicklungen nachzuvollziehen und die Bedeutung eines gemeinsamen europäischen Geschichtsbewusstseins zu reflektieren.

 

Die Reise wurde im Vorfeld intensiv vorbereitet. An zwei verschiedenen Terminen fanden vorbereitende Workshops statt. Dr. Grabowski vom Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf sowie Andrzej Koliński vom Polnischen Institut Düsseldorf vermittelten den Schülerinnen und Schülern fundierte historische Hintergründe zur jüdischen Geschichte in Polen, zu den deutsch-polnischen Beziehungen sowie zu unterschiedlichen Formen der Erinnerungskultur. Die Workshops bildeten die fachliche Grundlage für die Studienfahrt und ermöglichten es den Teilnehmenden, die später besuchten Erinnerungsorte historisch einzuordnen und verschiedene Perspektiven auf die gemeinsame Geschichte Deutschlands und Polens kennenzulernen. Ein besonderer Dank gilt außerdem der Sanddorn-Stiftung aus Regensburg, die die Studienfahrt finanziell unterstützte und damit vielen Jugendlichen die Teilnahme ermöglichte.

 

Auf den Spuren der jüdischen Geschichte Warschaus

Den Auftakt der Studienfahrt bildete eine dreistündige Stadtführung durch das jüdische Warschau. Die Schülerinnen und Schüler besuchten historische Orte des ehemaligen Warschauer Ghettos und erfuhren, wie eng die Geschichte der Stadt mit der Geschichte ihrer einst größten jüdischen Gemeinde verbunden ist. Die Führung machte die Dimensionen von Ausgrenzung, Verfolgung und Holocaust eindrucksvoll sichtbar und verdeutlichte zugleich den Stellenwert der Erinnerungskultur im heutigen Polen.

 

Während der Stadtführung durch das jüdische Warschau wurden historische Orte und Schicksale jüdischen Lebens anschaulich vermittelt.

 

Im Anschluss besuchte der Projektkurs den Jüdischen Friedhof an der Okopowa-Straße, einen der größten erhaltenen jüdischen Friedhöfe Europas. Die zahlreichen Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten zeugten von der kulturellen Vielfalt und der langen Geschichte des jüdischen Lebens in Polen.

 

Geschichte interaktiv erleben

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des POLIN-Museums, das die über tausendjährige Geschichte der Jüdinnen und Juden in Polen auf moderne und interaktive Weise präsentiert. Die Schülerinnen und Schüler erkundeten multimediale Ausstellungen und setzten sich mit den verschiedenen Epochen jüdischen Lebens auseinander. Besonders beeindruckte die rekonstruierte Holzsynagoge von Gwoździec, die zu den eindrucksvollsten Ausstellungsstücken des Museums zählt und die kulturelle Vielfalt jüdischen Lebens in Osteuropa eindrucksvoll veranschaulicht.

 

Interaktive Ausstellungen im POLIN-Museum eröffneten neue Perspektiven auf die Geschichte der Jüdinnen und Juden in Polen.

 

Die rekonstruierte Synagoge von Gwoździec zählt zu den beeindruckendsten Ausstellungsstücken des POLIN-Museums.

 

Erinnerung und Gegenwart

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Museums des Warschauer Aufstands. Die multimediale Ausstellung vermittelte eindrucksvoll den Mut und den Widerstand der polnischen Bevölkerung gegen die deutsche Besatzung während des Warschauer Aufstands von 1944. Im Muzeum PRL erhielten die Schülerinnen und Schüler außerdem spannende Einblicke in den Alltag der Volksrepublik Polen und in das Leben hinter dem Eisernen Vorhang.

Neben den historischen Erinnerungsorten lernte der Projektkurs auch das heutige Warschau kennen. Ein Spaziergang durch den Łazienki-Park, die restaurierte Altstadt sowie der Besuch der Aussichtsplattform des Varso Tower, des höchsten Gebäudes der Europäischen Union, machten deutlich, wie dynamisch und modern sich Warschau in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat. Die Schülerinnen und Schüler lernten ein innovatives, weltoffenes und wirtschaftlich starkes Polen kennen – ein Bild, das viele überraschte und bestehende Vorstellungen erweiterte.

 

Lernen über den Unterricht hinaus

Die Studienfahrt war eng mit der unterrichtlichen Arbeit verbunden. Während der Reise dokumentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Beobachtungen, Recherchen und persönlichen Eindrücke in individuellen Portfolios. Diese bildeten die Grundlage für die weitere Arbeit im Projektkurs.

Den Abschluss des Projekts bildeten Teampräsentationen, die am 10. Juli 2026 vor dem gesamten 12. Jahrgang durchgeführt wurden. Die Gruppen präsentierten ihre Ergebnisse zur deutschen und polnischen Erinnerungskultur und erläuterten ihre Erkenntnisse aus den Portfolios sowie den Museumsbesuchen und Exkursionen. So wurde die Studienfahrt über den Projektkurs hinaus zu einem wichtigen Beitrag für die historische und politische Bildung an unserer Schule.

 

Gemeinsam unterwegs

Neben den Museumsbesuchen und Führungen blieb auch Zeit für Gespräche, gemeinsame Mahlzeiten und den Austausch innerhalb der Gruppe. Diese Momente stärkten den Zusammenhalt und boten Gelegenheit, die vielfältigen Eindrücke der Reise gemeinsam zu reflektieren.

 

Gemeinsame Pause in Warschau: Neben den Museumsbesuchen blieb Zeit für Gespräche und den Austausch über die zahlreichen Eindrücke der Studienfahrt.

 

Ein gelungenes Projekt

Die Studienfahrt zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll historisches Lernen an authentischen Orten ist. Die Begegnung mit bedeutenden Erinnerungsorten, die intensive Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte Polens, der Austausch über unterschiedliche Formen der Erinnerungskultur sowie das Kennenlernen eines modernen und weltoffenen Polens eröffneten den Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven auf die gemeinsame europäische Geschichte.

 

Die Fahrt leistete einen wichtigen Beitrag zur Förderung historischer Urteilskompetenz, interkultureller Verständigung und demokratischer Bildung. Sie stärkte zugleich das Verständnis für die Bedeutung der deutsch-polnischen Freundschaft, einer lebendigen Erinnerungskultur und eines gemeinsamen Europas.

 

Ein besonderer Dank gilt Dr. Grabowski vom Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf und Andrzej Koliński vom Polnischen Institut Düsseldorf, die den Projektkurs mit ihren Workshops an zwei verschiedenen Terminen hervorragend auf die Studienfahrt vorbereiteten. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei der Sanddorn-Stiftung aus Regensburg, deren finanzielle Unterstützung die Durchführung dieser besonderen Exkursion ermöglicht hat.


Unsere Austauschfahrt nach Belgien - ein ganz besonderes Erlebnis

Im Rahmen unseres Austauschprogramms hatten wir die tolle Möglichkeit, für zwei Tage nach Belgien zu reisen und dort unsere Austauschpartner und ihren Schulalltag kennenzulernen. Einige Wochen zuvor waren die Schüler des Athénée Royal Jean Absil ja schon bei uns in Düsseldorf zu Besuch und jetzt waren wir dran!

Wir sind Mou, Heidi, Clara, Diane und Ranya, und so verlief unsere fantastische Brüssel-Reise mit zur Austauschschule mit Frau Plöger: 

 

Am ersten Tag ging es früh mit dem Zug nach Brüssel. Als wir gegen Mittag ankamen, erkundeten wir die Stadt nach einer kurzen Pause im Hotel. Wir wollten natürlich so viel wie möglich sehen. Unterwegs haben wir viele bekannte Orte entdeckt, wie zum Beispiel den beeindruckenden Grand Place (ohne e) oder die kleine Statue Manneken Pis.

 

Am Nachmittag stand ein Besuch im „Haus der Europäischen Geschichte" auf dem Plan. Das Museum war richtig cool! Wir haben dort iPads mit Audioguides bekommen und konnten uns so ganz individuell durch die Ausstellung bewegen. Alles war total modern und interaktiv - man konnte sich Videos anschauen, Texte anhören oder einfach drauflos klicken. Und das Beste: Der Eintritt war komplett kostenlos!

 

Später haben wir uns noch mit Céline getroffen, der Deutschlehrerin unserer belgischen Austausch Schülerinnen . Sie war super freundlich und hat uns noch ein paar schöne Ecken von Brüssel gezeigt, die Touristen vielleicht nicht gleich finden. Außerdem hat sie uns erklärt, wie der nächste Schultag ablaufen würde.

 

Der zweite Tag begann früh mit Frühstück im Hotel. Dann hat Céline uns abgeholt und mit uns gemeinsam die Metro zur Schule genommen. Schon am Eingang ist uns aufgefallen, wie anders alles dort organisiert ist, und eben noch nicht digital. Es gibt jemanden, der genau kontrolliert, wer pünktlich um acht Uhr da ist, sonst wird das Tor geschlossen. Wer zu spät kommt, muss sich im Sekretariat melden. Alles wird noch ganz traditionell mit Stift und Papier festgehalten.

 

In der Schule wurden wir total herzlich empfangen und haben unsere Austauschpartner wiedergesehen. Sie haben uns herumgeführt und wir durften sogar am Unterricht teilnehmen. Was besonders auffiel, waren die Ober- und Unterstufe, die in verschiedenen Gebäuden untergebracht sind. Witzig: Die Türen dort sind durchsichtig damit bei Prüfungen niemand schummeln kann.

 

Ein weiterer Punkt, der ganz anders war als bei uns: In Belgien ist Religion komplett vom Schulleben getrennt. Das heißt, man darf keine sichtbaren religiösen Symbole wie Kopfbedeckungen oder bestimmte Schmuckstücke in der Schule tragen. Das war für viele von uns erst mal ungewohnt, aber auch interessant zu sehen. Jeder der so etwas trägt, muss es vor dem Betreten der Schule ausziehen. Auch anders als bei uns: Es gab All-Gender Toiletten... das war für uns schon ein etwas komisches Gefühl.

 

Ein echtes Highlight war das riesige Sportteld der Schule. Dort haben wir alle zusammen Baseball gespielt, das war richtig cool und hat sich fast ein bisschen wie in einem amerikanischen Highschool-Film angefühlt!

 

Zum Mittagessen gab es etwas Leckeres, das die Schule extra für uns vorbereitet hatte - richtig lieb! Wir hatten einen eigenen Raum mit unseren Austauschpartnern. Danach war der Schultag offiziell vorbei, aber wir wollten die restliche Zeit natürlich noch mit unseren neuen Freunden genießen.

 

Also machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Riesenrad im Stadtzentrum(La Grande Rouée). Von ganz oben hatten wir einen super Ausblick über Brüssel. Das war ebenfalls kostenlos. Danach besuchten wir noch das Musikinstrumentenmuseum. Das besondere an dem Museum ist, dass alles komplett digital verläuft. Wir haben Kopfhörer erhalten und so etwas wie ein Handy, und konnten uns quasi live Musikstücke anhören, die auf den verschiedenen Musikinstrumenten gespielt wurden.

 

Am späten Nachmittag ging es dann zurück nach Düsseldorf. Die zwei Tage in Brüssel waren für uns alle ein unvergessliches Erlebnis, voller neuer Eindrücke, toller Begegnungen und spannender Einblicke in ein anderes Schulsystem. Wir sind sehr dankbar für diese Erfahrung und werden uns noch lange daran erinnern! Danke auch an die Joseph-Beuys-Gesamtschule, dass sie uns so eine tolle Fahrt ermöglicht hat!